Sarah Jaglitz und Rafael Heinisch aus Greifswald haben das Finale der Stuttgarter Meisterschaft im Debattieren im Rahmen der ZEIT-DEBATTEN-Serie 2009/2010 am letzten Sonntag im Wilhelmspalais vor 200 Zuschauern gewonnen. Eine Jury aus erfahrenen Debattierern kürte
die Biologiedoktorandin und den Physikdoktoranden zu den Gewinnern, vor Mannschaften aus Bonn, Jena und Berlin. Eine Ehrenjury unter Leitung der Parlamentarischen Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion, Ute Kumpf, vergab den Preis des besten Redners des Finales an den Psychologiestudenten Clemens Lechner aus Jena. Die knapp 100 Teilnehmer des dreitägigen Turniers äußerten sich begeistert über die Organisation durch den Debattierclub Stuttgart e.V.

Die besten studentischen Redner trafen am Sonntag, den 24. Januar 2010 um 14 Uhr im Finale der Stuttgarter Meisterschaft im Debattieren aufeinander, die im Rahmen der ZEIT DEBATTEN  ausgetragen wurde. Bei den ZEIT DEBATTEN handelt es sich um eine Reihe von Debattierturnieren, die vom Verband der Debattierclubs an Hochschulen e.V. mit Unterstützung der Wochenzeitung DIE ZEIT veranstaltet wird. Um den Einzug ins Finale kämpften in fünf Vorrunden und einem Halbfinale von Freitag bis Sonntag 36 Teams von Universitäten aus Deutschland und Österreich zu strittigen Themen wie der Einführung einer Kindergartenpflicht, der Aufnahme aller Länder des ehemaligen Jugoslawiens in die EU oder der Abschaffung der Leiharbeit. Ein Dutzend Mitglieder des Debattierclubs Stuttgart e.V. unter Leitung des Vereinsvorsitzenden Michael Saliba sorgten für das leibliche und seelische Wohl der Gäste, unter anderem mit 500 selbstgemachten Brötchen und einer Ein-Euro-Party im Dachcafé des Max-Kade-Wohnheims am Samstag. Die Teilnehmer äußerten sich sehr zufrieden über die Organisation und bedachten sie im Finale mit einer stehenden Ovation. So Mario Dießner aus Potsdam: “Das Neue für mich – Ich hatte nichts zu nörgeln. Es war großartig!”

Das Finale war öffentlich und der Eintritt frei. Etwa 200 Zuschauer sahen eine hochklassige und lebendige Debatte zum Thema “Dieses Haus würde Parteispenden verbieten”, bei der Greifswald und Jena in der Regierung gegen Bonn und Berlin in der Opposition antraten. Eine Jury aus erfahrenen Debattierern unter Leitung des Vize-Weltmeisters 2010 in der Kategorie English as a Foreign Language, Andreas C. Lazar aus Stuttgart, erklärte nach kurzer Beratung Greifswald zu den Gewinnern der Stuttgarter Meisterschaft, da Jaglitz und Heinisch am Überzeugendsten den praktischen und prinzipiellen Schaden von Parteispenden aufgezeigt hätten. Die Ehrenjury, der neben Ute Kumpf weitere Stuttgarter Persönlichkeiten aus Politik, Bildung, Wirtschaft und Debattieren angehörten, wählte Clemens Lechner aus Jena zum besten Redner des Finales. Doch nicht nur die Gewinner werden Stuttgart und die Stuttgarter Meisterschaft in sehr guter Erinnerung behalten. Dießner: “Es war alles toll!”

Debattieren ist Reden als Mannschaftssport mit festen Regeln. Die zweiköpfigen Teams erhalten ein aktuelles Streitthema aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft oder Kultur und müssen nach 15
Minuten Vorbereitung kurze Reden für oder gegen die Streitfrage halten. Die Redner haben jeweils 7 Minuten Zeit, mit rhetorischem Stil und argumentativem Sachverstand zu überzeugen und müssen dabei Zwischenfragen der Gegenseite parieren. Eine mehrköpfige Jury aus erfahrenen Debattierern entscheidet im Anschluss anhand objektiver Kriterien, welchem Team dies am Besten gelungen ist.
Der Debattierclub Stuttgart e.V. (DCS) wurde 2004 von Studenten der Universität Stuttgart nach dem Vorbild der englischen Debating Unions gegründet. Seine Mitglieder treffen sich wöchentlich, um die Debattierkultur zu fördern, ihre rhetorischen Fähigkeiten zu verbessern und gemeinsam Spaß am Reden zu haben. Showdebatten, Rhetorikseminare, Ausflüge und nun auch eigene Turniere runden das Angebot des DCS ab. Vor kurzem wurde der DCS Vize-Weltmeister in der Kategorie “English as a Foreign Language” bei der Debattier-WM in Antalya. In der Kategorie “English as a Second Language” gelang es unter die besten 20 Teams der Welt zu kommen.

Unterstützt wurde das Turnier von der Wochenzeitung DIE ZEIT, der Porsche AG, Ernst & Young, dem Studentenwerk Stuttgart, der Stadtbücherei Stuttgart und der Stadt Stuttgart.

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